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„Tsatsa“ – Einheit von Religion und Kunst
    Datum:2010-03-08 Quelle: chinatoday.com Autor:  

 

Mani-Steine und „Tsatsa“ haben in Tibet die gleiche symbolische Bedeutung. Die Tonfiguren „Tsatsa“ sind alle klein. Man trägt sie als Glücksbringer bei sich.

Der Begriff „Tsatsa“ stammt aus dem Sanskrit. Man nennt so kleine Buddhafiguren aus Ton. Die Qualität der „Tsatsa“ hängt von der Qualität der Tonerde ab. „Tsatsa“ aus Maizhokanggar sind sehr bekannt, weil der dortige Ton für die Herstellung von „Tsatsa“ sehr geeignet ist. Die verschiedenen Formen von „Tsatsa“ können aus Bronze, Eisen oder Holz gefertigt sein. Feuchter Ton wird in eine Form gepresst; dann werden die so entstehenden Figuren getrocknet und gebrannt. Nach dem Brennen haben die Buddhafiguren die Farbe gebrannten Tons und werden schwarz, rot, blau oder bunt bemalt. Diese Kunstwerke zeichnen sich durch klar erkennbare regionale Besonderheiten aus. Fachleute sind in der Lage, durch Untersuchung der Tonerde, der Brennereitechnik, der Formen und Farben der einzelnen Tonfiguren zu erkennen, wo diese hergestellt wurden.

Es gibt gewöhnliche „Tsatsa“ und „Tsatsa“ mit wertvollen Einlegearbeiten aus Gold, Silber, Perlen, Edelsteinen, Korallen und Achat. Noch wertvoller und heiliger sind „Tsatsa“, die aus einem Gemisch von Tonerde und Asche eines verstorbenen Lebenden Buddhas angefertigt werden. Die wertvollsten und heiligsten sind „Butsa“, das sind Buddhafiguren aus einer Mischung von Tonerde, kostbarer tibetischer Arznei und Salz, dem Blut verstorbener Buddhas von hohem Rang beigegeben wurde. Bevor die Leichname verstorbener Lebender Buddhas von hohem Rang zur Bestattung in Stupas gelegt werden, müssen sie behandelt werden. Dabei werden Blut und Flüssigkeit mit Salz aus dem Körper entfernt. Die aus Tonerde, solchem blutgetränkten Salz und tibetischer Arznei hergestellten Buddhafiguren sind für Tibeter wichtige Schätze von unermesslichem Wert. Anhänger des tibetischen Buddhismus glauben, dass diese wirksam gegen alle Krankheiten sind und alle bösen Geister vertreiben.

„Tsatsa“ sind Heiligtümer des tibetischen Buddhismus, in denen die Wünsche der Gläubigen zum Ausdruck kommen. An Bergen, in Hallen zur Verehrung von Göttern und in Klöstern, an Flüssen und Seen, aber auch an der Straße oder an Straßenkreuzungen werden „Tsatsa“ verehrt. Zur Aufbewahrung von „Tsatsa“ wurden „Tsakham“, Tempel für „Tsatsa“, an den Straßen errichtet. Auch in große Buddhastatuen und Stupas werden „Tsatsa“ gelegt. Nicht wenige Tibeter tragen „Tsatsa“ als Glücksbringer bei sich. „Tsatsa“, Mani-Steine und Gebetsflaggen sind wichtige kultische Gegenstände der Tibeter.

 

 
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