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Prosperierendes tibetisches Handwerk
    Datum:2010-02-05 Quelle: chinatoday.com Autor:  

Handwerk hat in Tibet Tradition. Schon in der Jungsteinzeit hatte es ein hohes Niveau. Der in der Ruine Karub ausgegrabene tierförmige Doppelkrug wird wegen seines Herstellungsverfahrens von Archäologen hoch geschätzt. Der Krug hat sehr schöne Konturen, eine eindrucksvolle Form, originelles Design und mehrfarbig gemusterte üppige Ornamente.


Der Überlieferung zufolge wurde in der Periode des fünften Dalai Lama Losang Gyatso eine Ausstellung zur Bewertung handwerklicher Produkte in Lhasa veranstaltet. Dabei wurden Kardian aus Gyangze, Schürzen aus Jedexoi und Pulu aus Namgyaixoi des Kreises Konggar, Tonwaren aus dem Dorf Tagba des Kreises Maizhokunggar, Nähereien aus Lhasa, Tangka aus Qamdo und Produkte aus Gold, Silber und Kupfer aus Mittel- und Osttibet sowie aus Ngari ausgezeichnet. Solche Waren sind bis heute noch Markenprodukte des tibetischen Handwerks.


Das tibetische Handwerk hat seine Basis in allen Volksschichten. In den ausgedehnten Weidegebieten ist das Handwerk ein wichtiges Nebengewerbe der Bauern und Hirten. Bis zu den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts deckten die handwerklichen Erzeugnisse meist den eigenen Bedarf, nur ein kleiner Teil wurde getauscht. In Städten und Gemeinden gab es jedoch schon reine Handwerker. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es in Tibet mehr als 8000 spezialisierte Handwerker, die in 40 Berufen tätig waren und über 1000 verschiedene Güter herstellten. Aber der Umfang der handwerklichen Produktion war nicht groß und die technischen Voraussetzungen waren ziemlich primitiv. Erst mit Gründung einer Teppichfabrik in Lhasa im Jahr 1953 begann eine handwerkliche Produktion größeren Ausmaßes. In den inzwischen vergangenen 50 Jahren hat sich diese Teppichfabrik zu einem modernen Unternehmen entwickelt, das seine Produkte nach Europa, Nordamerika und Südasien exportiert. Als ein Zeichen der tibetischen Kultur und Kunst dekorieren sie die Tibet-Halle in der Großen Halle des Volkes in Beijing. Außerdem wurden sie als Geschenk an die Regierung der Sonderverwaltungszone Hong Kong übergeben.


Nach tausendjähriger Entwicklung hat das tibetische Handwerk viele kunstgewerbliche Eigentümlichkeiten aufzuweisen. Seine Produkte und Technologien tragen Lokalkolorit. Vor allem seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das tibetische Handwerk dank tatkräftiger Unterstützung durch die Regierung schnell. In einigen traditionellen Herstellungsorten wurde das Handwerk wieder belebt. Gegenwärtig sind über 2000 verschiedene Erzeugnisse des Handwerks auf dem Markt. Es sind sowohl Gebrauchsartikel wie auch Souvenirs. Im Sommer 1997 erlebten wir die Wiederbelebung der Gemeinde Garma im Kreis Qamdo, einer ehemaligen Gemeinde von Handwerkern, die in der Geschichte des tibetischen Handwerks eine bedeutende Rolle spielte. Das Dorf Omdagang dieser Gemeinde hat 32 Haushalte, in 24 davon wurden Tangka bemalt, Buddhastatuen gegossen oder Gold, Silber, Kupfer, Eisen und Holz verarbeitet. Von 76 jüngeren Menschen beschäftigten sich 31 mit einem Handwerk. Das jährliche durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Dorf betrug 2000 Yuan. Fast die Hälfe der Einkünfte der Gemeinde wurde durch Handwerksprodukte erzielt. Die Dörfer Zilung des Kreises Lharze und Kaika des Kreises Xaitongmoin im Bezirk Xigaze sind bekannt für die tibetischen Messer, die dort hergestellt werden. Heute werden die Messer je nach der Nachfrage fabrikmäßig in hoher Stückzahl statt wie früher in familiären Manufakturen produziert, wodurch das Einkommen der Bauern und Hirten spürbar stieg. 2001 verkaufte der Kreis Lharze 3340 tibetische Messer. Der Umsatz betrug ca. 190 000 Yuan. Die Unternehmensgruppe Yamei in Xigaze ist zur Zeit die größte industrielle Unternehmensgruppe für Handwerk in Tibet. Sie erzeugt über 1600 Produkte und hat ein Vermögen von fast 10 Mio. Yuan.

 

 
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