Das tibetische Neujahr

Das tibetische Neujahr wird in verschiedenen Regionen Tibets zu unterschiedlichen Zeiten gefeiert. In Lhasa wird das Neujahrsfest am 1. Tag des 1. Monats nach dem tibetischen Kalender gefeiert. In den Regionen südlich des Nyangchu-Flusses fällt das Fest bereits auf den 1. Dezember des tibetischen Kalenders. In Chamdo begeht man hingegen das Fest schon am 1. November. Die Einwohner Lhasas beginnen im Dezember mit den Vorbereitungen auf das Neujahrsfest. Zum tibetischen Neujahr ist es Tradition für jeden Haushalt, ein so genanntes "Chemar", d.h. ein Holzfässchen mit bunten Mustern anzufertigen. Das Fässchen wird mit Weizen, Tsampa (geröstetes Gerstenmehl) und Butter gefüllt. Darauf werden noch Ähren der Qingke-Gerste und kunstvolle Blumen aus Butter gelegt. Außerdem werden eine Handvoll Samen der Qingke-Gerste in eine Schüssel gegeben, damit sie zum Frühlingsfest drei bis zehn Zentimeter in die Höhe sprießen. Der Chemar wird dann zusammen mit den Sprösslingen in die Mitte des Hausschreins gestellt, um für eine gute Ernte im kommenden Jahr zu beten.

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