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Tibets Wohnbräuche
    Datum:2009-11-04 Quelle: chinatoday.com Autor:  

In Tibet gibt es verschiedene Arten von Wohnhäusern: Jurten der Nomaden, Häuser aus Holz und Lehm, Wachturmhäuser aus Stein und auf Pfählen stehende Häuser aus Bambus oder Holz. Manche Tibeter leben auch heute noch in Wohnhöhlen. Mit zunehmender wirtschaftlicher Entwicklung wird mehr und mehr mit Beton gebaut. Trotzdem erfreuen sich traditionelle Wohnhäuser nach wie vor allgemeiner Beliebtheit.

Jurten – wichtige Teile des Vermögens der Hirten

Jurten sind für tibetische Hirten unentbehrlich. Die Hirten leben seit je nomadisch. Sie ziehen mit ihren Herden umher und lassen sich dort nieder, wo es genügend Wasser und Weideland gibt. Zum Schutz gegen Sturm und Kälte errichten sie seit vielen Generationen Jurten, die leicht zusammenzubauen und zu transportieren sind. Obwohl viele Hirten inzwischen feste Wohnsitze haben, brauchen sie nach wie vor Jurten, weil sie in der Saison, in der das Futtergras wächst, von Weide zu Weide ziehen müssen. Nur im Herbst und Winter lebt das Vieh von Heu und Stroh und die Hirten leben in ihren festen Wohnungen.

 

Wände und Dächer der Jurten bestehen aus der Wolle bzw. den Fellen von Jaks und Schafen. Seile aus Jak- und Schafwolle dienen zur Befestigung. Holzpfähle spannen die Seile; manchmal werden dafür auch Antilopen- oder Jakgehörne benutzt. Die Dächer werden je nach Größe der Jurte aus etwa 26 cm breiten Bahnen aus Jak- oder Schafwollstoffen zusammengenäht. Jurten mit Dächern aus schwarzer Jakwolle heißen "schwarze Jurten", solche mit Dächern aus weißer Schafwolle nennt man "weiße Jurten". Diese Bezeichnungen sind allerdings sehr zu relativieren. Jurten aus völlig schwarzem Stoff gibt es nicht, weil Schwarz den Tibetern missfällt. So ist ein ganz schwarzes Dach tabu. Die Dächer der so genannten schwarzen sind in Wirklichkeit mit weißen Streifen versehen.

Jurten aus Baumwollstoffen sind auf dem Tibet-Hochland, wo es überall zahlreiche Jak- und Schafherden gibt, sehr selten und gelten daher als Kostbarkeit.

Jurten sind die "Wohnhäuser" der Hirten. Sie sind je nach der Zahl der Familienangehörigen unterschiedlich groß. Die größten Jurten, die den Hirtengemeinschaften als Versammlungsort dienen, können etwa 100 Personen aufnehmen.

Die Jurten werden nach altem Brauch nach Osten ausgerichtet. In der Mitte der Jurte steht ein Ofen, der Wärme spendet und auch Kochplatz ist. An der Stirnwand, dem Eingang gegenüber, befindet sich ein Altar mit buddhistischen Schriften und Butterlampen. An der südlichen Seite liegt die Küche mit Vorräten an Nahrungsmitteln und Gebrauchsartikeln. An der nördlichen Seite stehen die Betten mit Wolldecken; das ist das "Wohnzimmer" der Familie.

Bei tibetischen Hirten ist es Brauch, bunte Gebetsfahnen an die Seile zu hängen, die zur Befestigung der Jurte gespannt werden. Das lässt die weite Grassteppe, über die zahlreiche Jurten verstreut stehen, farbenfroh und sehr attraktiv aussehen.

 
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