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An den Gestaden des "Blauen Meers" - Besuch am Qinghai-See
    Datum:2010-02-10 Quelle: CRI Autor:  

Der Qinghai-See liegt zirka 150 Kilometer westlich von der Provinzhauptstadt. Sein mongolischer Name lautet "Koko-nor", das bedeutet soviel wie "blaues Meer". Für die einheimischen Mongolen ist das Gewässer ein heiliger Ort. Nun hat der See einen weiteren Namen bekommen, nämlich "Schwanensee". Warum, erklärt Tan Li, die Vorsitzende des Tourismusamts des Landeskreises Gangca der Provinz Qinghai:

 

"Anfang Oktober fliegen die Singschwäne nach und nach an den Qinghai-See. Im Jahr 2005 verbrachten etwa 1500 dieser Tiere den kalten Winter bei uns. In den letzten Jahren ist diese Zahl auf über 2000 Exemplare angestiegen. In manchen Gebieten kann man auch Schwarzhalskraniche, Rostgänse und weitere seltene Vögel beobachten."

Am nordöstlichen Ufer befindet sich die 500 Quadratmeter große Vogelinsel. Sie dient zahlreichen Vogelarten auf ihren Reisen durch Asien als Zufluchtsort. Im April, wenn das Eis zu schmelzen beginnt, ziehen über 100.000 Zugvögel aus dem Süden zur Paarung hierher. Im Herbst verlassen sie die Insel wieder. Dennoch wird es am See nicht ruhig, denn jetzt nehmen die Singschwäne das Revier in Beschlag. Der Anblick von über 2000 schneeweißen Schwänen, die sich in die Höhe schwingen, ist atemberaubend. Tan Li führt dazu weiter aus:

"Noch vor einigen Jahren kamen die Singschwäne erst im November. Heutzutage landen sie oft schon im Oktober, also etwa 20 Tage früher als damals. Wir führen dies auf die verbesserte Umweltsituation am Qinghai-See zurück."

Vom Umweltschutz profitieren natürlich nicht nur die Vögel, sondern auch zahlreiche Säugetiere, die in der Umgebung beheimatet sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die Przewalski-Gazelle, die auch Mongolische Tibetgazelle genannt wird. Sie hat ein braungraues, auf der Unterseite weißes Fell, ihre Hörner weisen an den Spitzen nach innen. Früher waren diese Tiere in Nordchina, also in der inneren Mongolei, in Ningxia, Xinjiang und Qingai weit verbreitet. Durch unkontrollierte Jagd und Umweltverschmutzung ist diese Gattung in weiten Teilen des Landes jedoch ausgestorben. Mittlerweile sind sie nur mehr rund um den Qinghai-See zu finden. Daher werden die etwa 600 verbliebenen Mongolischen Tibetgazellen verstärkt geschützt. Das ist auch die Aufgabe von Ma Yuhai vom Amt für öffentliche Sicherheit des Landeskreises Gangca. Während er eine Herde fotografiert, erzählt er uns:

 

"Diese Herde besteht aus etwa 60 Gazellen und ist ungefähr 300 Meter von uns entfernt. Wir gehen in diesem Gebiet regelmäßig auf Patrouille und jedes Mal können wir diese wunderbaren Tiere beobachten."

Doch nicht nur Tiere und Pflanzen werden in dieser Gegend gesichtet, sondern auch Erscheinungen, die eigentlich gar nicht existieren. Die Rede ist von der so genannten Fata Morgana, also Luftspiegelungen, die durch Ablenkung des Lichts an unterschiedlich warmen Luftschichten entstehen können. Im vergangenen Sommer ist das Phänomen über dem Qinghai-See dreimal aufgetreten. Chen Dehui vom lokalen Tourismusamt hat seine eigene Erklärung dafür.

"Das Aufkommen einer Fata Morgana erfordert gewisse natürliche Grundvoraussetzungen. Sie erscheint bevorzugt bei einem häufigen Wechsel zwischen Regenwetter und sonnigen Tagen. Im vergangenen Sommer hat es relativ häufig geregnet, was das Auftreten einer Fata Morgana begünstigen kann. Andererseits vergrößert sich die Gewässer- und Feuchtlandfläche in der Region ständig. Das Land kann dadurch wieder für Forstwirtschaft und Viehzucht genutzt werden."

 

 
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