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Am Fuß des heiligen Berges: Ein Waisenkind wird zum beliebten Touristenführer
    Datum:2015-11-18 Quelle: China Tibet Online Autor:  

 

 

Am Fuß des heiligen Bergs Kailash im tibetischen Grenzkreis Purang zählt ein dunkelhäutiger, magerer Mann laut die Anzahl der Gepäckstücke, die die aus Indien angekommenen Pilger an die tibetischen Transporter übergeben. Seit 17 Jahren arbeitet der Mann als Reisebegleiter für Wallfahrer aus Indien.

Seine guten Hindi-Kenntnisse und sein kulturelles Wissen bei den Führungen begeistern die Gäste immer wieder. Doch der 37-jährige Guru hat eine Vergangenheit, von der wohl nur wenige wissen.Guru wurde 1978 in einem abgelegenen Dorf in Nepal geboren. Seine Eltern waren Exilanten aus dem tibetischen Kreis Purang. Mit dem Tod beider Elternteile wurde der kleine Junge zum Waisenkind. Er dachte oft an sein Heimatdorf, von dem ihm seine Eltern häufig erzählt hatten. Seine Angehörigen und Freunde der Familie sollten noch immer dort sein und ihm helfen können. Guru erinnert sich:

Allerdings hat der kleine Guru seinen Wunsch nicht sofort die Tat umgesetzt. Nach gründlicher Überlegung entschloss er sich, weiterhin in Nepal zur Schule zu gehen und eines Tages mit einer besseren Ausbildung in die Heimat zurückzukehren. Als er die Oberschule beendete, hatte er schließlich nicht nur das Reifezeugnis in der Hand, sondern auch gute Kenntnisse in Hindi, Nepalesisch und Tibetisch.

1997 war es endlich soweit. Der damals 19-jährige Guru hat sein altes Zuhause im tibetischen Kreis Purang wieder gefunden. Seitdem ist er dort. Guru erzählt:

Allerdings war das alte Familienhaus wegen mangelnder Instandhaltung längst zusammengestürzt. Guru konnte anfangs bei seinen Angehörigen unterkommen. Ein Jahr später wurde er aufgrund seiner hervorragenden Sprachkenntnisse von einer lokalen Reiseagentur eingestellt. Die anfänglichen Schwierigkeiten musste er mit Fleiß überwinden, denn seine Hindi-Kenntnisse reichten nur für Alltag. Das Wissen über Hinduismus und seine Heiligtümer musste er sich nun im Nachhinein aneignen.

„Ich habe mir das Wissen Stück für Stück angeeignet. Ich habe alles in ein Notizbuch geschrieben. Damals gab es noch keine Handys, alles ging nur mit dem Stift in der Hand."

Gurus Fleiß hat sich ausgezahlt. Heute sind seine Kenntnisse über die Religion und ihre Heiligtümer umfassend und fundiert. Seine Arbeitgeber und Kunden sind sehr zufrieden. Der Büroleiter für Auswärtige Angelegenheiten des Regierungsbezirks Ali, Dundrup, sieht Guru in einem sehr positiven Licht.

Im Jahr 2000 hat Guru die Tibeterin Konsang Yudun kennengelernt und sie geheiratet. Drei Jahre später kam ihr erstes Kind auf die Welt. 2005 haben sie ein Haus gebaut. Heute hat die Familie drei Kinder.

Für die Zukunft hat Guru einen ganz konkreten Plan: Die Kinder sollen in der Stadt zur Schule gehen und bessere Bildungschancen fürs Studium erhalten. Er selber will die Beamtenprüfung machen und als Staatsangestellter arbeiten.

Da können wir ihm nur die Daumen drücken und viel Glück wünschen.

„Er ist sehr engagiert und zählt zum Urgestein unter den Reisebegleitern der Region. Guru ist einfach einer der besten Hindi sprechenden Reiseführer bei uns."

„In Nepal war ich auf mich alleine gestellt und das Leben war echt hart. Glücklicherweise durfte ich in meine Heimat zurückkommen und die politischen Rahmenbedingungen für uns waren einladend. Deshalb habe ich mich ohne zu zögern entschieden, zurückzukommen."

„Ich habe damals gehört, dass viele Exilanten nach Tibet zurückgekehrt sind und es ihnen gut ging. Das Haus, das Grundstück und auch ihr Vieh wurden ihnen zurückgegeben. Man konnte dort also neu anfangen, wenn man zurückging."

„Mein Vater ist an einer Krankheit gestorben, als ich sechs war. Als ich acht war, ist meine Mutter auch für immer fortgegangen. Ich hatte weder Angehörige noch Freunde in der Nähe und war vollkommen auf mich alleine gestellt."

 
 zum Thema:
Tibet Menschenrechte
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