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Senior, Kind und Hund (Erzählung)
    Datum:2016-11-22 Quelle: China Tibet Online Autor:  

Es war eine Abenddämmerung im Frühjahr. Das letzte Sonnenlicht schien auf diese Großgemeinde auf dem Hochplateau. Der Senior ging, wie sonst auch, nach dem Abendbrot spazieren. An diesem Tag hat er den kleinen, weißen Hund entdeckt, dem einige Rotzbengel mit einem Holzstock gerade nachjagten. Das Holz hat ein Hinterbein des Hundes getroffen, und er bellte immer wieder.

“Hört auf!” Eine kleine Gestalt rannte hin und stellte sich vor den Hund. Der Junge, der den Stock hielt, fiel durch den Zusammenstoß mit ihr auf den Boden. Voller Wut stand er auf und brüllte: “Es war der Rinderhirte, schlagt ihn zusammen!” Als er gerade seine Freunde zum Kampf anstiftete, lief der Senior her. “Was wollt ihr denn machen? Ich rufe eure Eltern her!” Anscheinend hat der Schutz des Seniors gewirkt. Als die Kinder von ihren Eltern hörten, liefen sie auseinander.

 

Der alte Mann erkannte, dass der zurückgebliebene Junge der Sohn seiner Nachbarn war, die mit Butter handelten. Der Junge war nur sieben bis acht Jahre alt. Er hatte ein rötliches  Gesicht und Locken. Vor Wut drückte er seine Fäuse fest zusammen, und seine Augen waren von Entschlossenheit durchdrungen. Im Großen und Ganzen ähnelte er sehr einem kleinen Yak auf dem Hochplateau. Der Senior hat den verletzten Hund aufgehoben und sagte dem “kleinen Yak”: “Komm, komm zu mir nach Hause und wir verbinden ihn.”

Der Junge hob den Kopf  und bedankte sich beim Senior, mit verschämtem Lächeln auf dem Gesicht. Scheinbar verwandelte er sich im Nu von dem unnachgiebigen Yak in ein zahmes Schaf. Der Senior wollte die Hände ausstrecken und den Kopf des Jungen anfassen, aber er wusste, dass es für die Tibeter ein Tabu ist, Kinder am Kopf anzufassen, denn nur Rinpochs sind dazu berechtigt. Dies bezeichnen die Tibeter als “Segnung durchs Kopfanfassen”.

 

Der Senior holte eine kleine Schüssel und goss dem Hund etwas Milch hinein. Er fragte den Jungen: “Warum sprichst du so gut Chinesisch?” “Meine Mola (Oma) hat es mir beigebracht. Ich habe lange Zeit mit der Oma auf einer Weidefläche gelebt. Sie sagte mir, ich müsse in der Schule gut Chinesisch lernen”, entgegnete der Junge.

Später hat der Senior vom Jungen erfahren, dass dessen Oma schon gestorben und er daher von der Weide zu seinen Eltern gezogen ist. Außerdem hat der Senior die Info bekommen, dass das Kind früher einen Hund namens Dorje hatte. Nach dem Tod seiner Oma wurde der Hund verschenkt.

“Dann heißt dieser weiße Hund Dorje”, sagte der Senior. Das Kind nickte und bejahte es. In diesem Moment bellte der Hund ein paarmal. Anscheinend war er mit dem Namen zufrieden.

An vielen Abenddämmerungen danach sahen die Einwohner der Großgemeinde, dass ein Junge mit lockigem Haar und einem lebendigen Hund den Senior beim Spaziergang begleitete. Später ist der Hund größer geworden, und das Kind ist auch gewachsen. An einer Abenddämmerung tief im Herbst ist der Senior in Ruhe hingeschieden.

Die Kinder des Seniors sind endlich erschienen, nachdem er jahrelang allein gelebt hatte. Die Kinder des Seniors diskutierten, wie sie die Trauerfeier feierlich ausrichten könnten, so dass ihre Beziehung mit dem Senior gut aussehen kann. Plötzlich hörten sie trauriges Weinen aus dem Zelt, in dem der Sarg stand. Anhand der Richtung des Weinens entdeckten sie einen tibetischen Jungen mit Locken und einen weißen Hund. Daraufhin kniete sich der Sohn des Seniors vor dem Sarg seines Vaters nieder...

Quelle: Tibet Magazine   Der Artikel hat Auslassungen.

Autor: Mingzhao LI (Tibeter)

Übersetzung: Tibet.cn

 
 zum Thema:
Tibet Menschenrechte
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