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Das Alltagsleben des 11. Panchen
    Datum:2009-09-25 Quelle: tibet328.cn Autor:  

Morgens halb sieben, bevor man auf dem Tibet-Plateau das Morgenrot sieht, steht der sechsjährige Panchen auf. Er gähnt, reibt sich die Augen und zieht sich schnell an.

Ein normaler Tag im Leben des Lebenden Buddhas beginnt.

Nachdem der 11. Panchen ab 8.Dezember 1995 in sein Amt eingesetzt worden ist, beginnt er nach einem strengen Tagesplan mit seinem Studium.

Sein Tagesplan lautet:

Um 6.30 Uhr wird er geweckt. Im Sommer steht er noch früher auf. Er wäscht sich das Gesicht und putzt sich die Zähne. Dann geht er in den Hof und trainiert. Er ist fröhlich.

Um 7 Uhr liest der Panchen in seiner Wohnung Sutras und lernt das Gelernte auswendig. Parallel dazu versammeln sich die Mönche des Klosters Tashilhunpo in der Coqen-Halle und lesen Sutras.

Um 7.30 nimmt er das tibetische Frühstück zu sich: Butter, Zanba, Eier und Kuchen. Die Gläubigen aus den Weidegebieten schicken oft frisch zubereitete Butter ins Kloster Tashilhunpo und geben dem Lebenden Buddha Lebensmittel, um ihm ihren Respekt zu zeigen. Wenn seine Eltern ihm Butterkuchen aus Reismehl und Butter schenken, hat er noch mehr Appetit.

Um 8.15 beginnt der längste und wichtigste Unterrichtabschnitt des Tages. Der Panchen sitzt neben seinem Sutralehrer und dem Lebenden Buddha Bomi Qamba Lhozhub oder dem Lebenden Buddha Mimar Shida. Er lernt Sutras lesen und diese lernt er dann auswendig. Er lernt fleißig und macht große Fortschritte. Er hat bereits einige Dutzende Sutras studiert.

Um 12.30 Uhr isst der Panchen zu Mittage. Das Mittagessen besteht aus vielen Speisen, darunter aus Zanba, Reis, Nudeln, Rind-und Hammelfleisch sowie salutierten Speisen.

Nach dem Mittagessen schläft er und wird ca. Um 15 Uhr geweckt.

Von 15 bis 17.30 Uhr Studiert er wieder Sutras. "Dies ist die beste Zeit für Panchen, Sustras zu studieren und auswendig zu lernen. Deshalb haben wir einen vollen Terminkalender für ihn ausgearbeitet. Er hat beim Studium von Sutras außergewöhnliche Fortschritte gemacht", erklärte Mimar Shida.

Um 17.30 Uhr ist der Unterricht zu Ende. Der Panchen geht in den Hof und spielt. Er fährt mit dem Fahrrad, spielt Fußball und Verstecken

Wenn das Wetter schlecht ist, beschäftigt er sich zu Hause mit seinem Spielzeug, malt und spielt Schach.

Um 19 Uhr ist er zu Abend. Nach dem Abendessen beginnt der allgemeine Unterricht. Er hat wöchentlich 4 Unterrichtstunden Tibetisch, eine Stunde Chinesisch und eine Mathematik. Samstagabend darf er fernsehen. Er mag Zeichentrickfilme. Sonntags hat er frei.

Um 21.30 Uhr geht der Panchen ins Bett. Vor dem Schlafen trinkt er eine Flasche Joghurt und isst Obst. Oft sagt er sich das am Tag Gelernte uns dem Gedächtnis vor und geht dann ins Bett.

Die anderen beiden Reinkarnations-Kandidaten

Am 29. November 1995 fiel das Los bei der Zeremonie der Losziehung aus der goldenen Urne auf Gyaincain Norbu; er wurde als die Reinkarnation des 10.Panchen Lama bestimmt. Seitdem berichtet die Presse umfangreich über seine Aktivitäten, der jüngste Lebende Buddha ist mittlerwere allen bekannt. Was machen indessen die anderen beiden Kandidaten heute?

Die folgenden Schilderungen mögen vielleicht die Neugier der Leser ein wenig befriedigen.

Ngawang Namzui
"Das war das Urteil von Sakyamuni selbst", sagte Ngawang Namzuis Vater in Bezug auf das Ergebnis der Losziehung.

Ngawang Namzuis Vater Lhaba und Mutter Yuzin aus Qamdo sind Händler in Lhasa. Sie haben nur ein einziges Kind. Das Kind ist sehr lebhaft und schon fast zu einem modernen Großstadtkind geworden.Ngawang Namzui lernt im Kloster Zhaxigyainbai Sutras. In der Freizeit spielt das Kind mit seinem Spielzeug und abends sieht es gern fern.

Im Kloster Zhaxigyainbai lebte der Lebende Buddha Qoinbo. Laut Lhozui, einem Verantwortlichen des besagten Klosters, wurde Ngawang Namzui kurz nach der Losziehung aus der goldenen Urne als die Reinkarnation des namhaften Lebenden Buddhas Qoinbo bestimmt. Diese Bestätigung ist auf den Vorschlag des bekannten Lebenden Buddha Gyamyang im Kloster Labrang, dem größten Kloster des tibetischen Buddhismus in Gansu, zurückzuführen.

Als die mit der Suche beauftragten Lamas drei Gebetsketten, davon eine, die der verstorbene Lebende Buddha benutzte, Ngawang Namzui zeigten, wählte das Kind die vom Lebenden Buddha Qoinbo benutzte Gebetskette aus, legte sie sich um den Hals und gab dem jeweiligen Besitzer die beiden übrigen Gebetsketten. "Es steht bei dir, daran zu glauben oder incht", sagte Lama Lhozui. "Das Kind,das vorher nie im Kloster Zhaxigyainbai gewesen war, erkundigte sich noch über die Verhältnisse des Klosters".

Der Lebende Buddha Qoinbo hatte einen hohen religiösen Kenntnisstand. Er war der Hauptberater beim Bau eines Zhashenamgyi Stupas für den 5.bis 9. Panchen Lama und zuständig für die religiösen Angelegenheiten im Kloster Tashilhunpo. Er war der leistungsstärkste Helfer des 10.Panchen. Nachdem der 10. Panchen ins Nirvana einging, wurde er von den Mönchen zu einem Leiter der Führungsgruppe für die Suche nach dem Seelenkind gewählt. 1990 starb der 73jährige Lebende Buddha Qoinbo. In den letzten fünf Jahren suchten die Lamas des Klosters Zhaxigyainbai nach dem Seelenkind des Lebenden Buddhas Qoinbo.

Der Lama Lhozui sagte: "Ngawang Nanzui wurde als Reinkarnation des Lebenden Buddha Qunbo am Anfang des vorigen Jahres bestätigt und im Kloster Zhaxigyainbai empfangen. Nach der Genehmigung der zuständigen Behörden der Zentralregierung wird die Einsetzungszeremonie am einem günstigen Tag stattfinden.

•Gongsang Wangdui

Gongsang Wangdui, ein Sohn aus einer Arbeiterfamilie im Kreis Amdo in Nordtibet, lebt seit der Losziehung als Lebender Buddha im Kloster Tashilhunpo mit seinem Sutra-, Kultur-und Lebenslehrer zusammen.

Sein Sutralehrer Garqen Zhado, der den höchsten Titel des Tibetischen Buddhismus "Geshi Lharangba", trägt, ist sehr streng. Wenn der Lehrer anwesend ist, schweigt das Kind und ist sehr gehorsam. Laut dem Lebenden Buddha Garque Zhado ist der 7jährige Gongsang Wangdui welterfahren. "Obwohl ich gegenüber ihm sehr streng bin, liebe ich das Kind sehr", sagte sein Sutralehrer. "Guisang Wangdui lernt sehr fleißig. Er kann dereits nah zwei Monaten des Lernens im Kloster zehn Sutras auswendig."

Namgyi, einer der hochgestellten Schüler des Lebenden Buddha Garqen Zhado, lehrt Gongsang Wangdui Tibetisch. Namgyi teilte mit: "Gongsang Wangdui rezitiert jeden Tag zwei Drittel der Zeit Sutras, in der übrigen Zeit lernt er Tibetisch und spielt. Jetzt beherrscht er schon das tibetische Alphabet. Zur Zeit lernt er, wie man die tibetischen Buchstaben oder Laute ausspricht."

Benba Cering pflegt Gongsang Wangdui. Er sagte: "Gongsang Wangdui ißt gern Rind-und Hammelfleisch, weil er auf dem Weideland in Nordtibet aufwuchs. Jetzt ißt er im Kloster auch Gemüse. Zum Mittagessen bereite ich normalerweise zwei bis drei Gerichte zu und abends koche ich Suppe mit Kartoffeln und Rüben."

Um seine Lebenshaltungskosten zu sichern, stellt die zuständige Abteilung der Lokalregierung dem Kloster Tadshilhunpo monatlich 500 Yuan als Verpflegungskosten zur Verfügung. Seine Eltern dürfen in Xigaze, wo sich das Kloster befindet, wohnen.

"Obwohl Gongsang Wangdui nicht zum 11.Panchen Lama gewählt wurde, vergißt die Regierung uns nicht, sondern kümmert sich um uns. Alle meine Familienangehörigen danken unserer Regierug herzlich", so die 47jährige Mutter.


 
 

 
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