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Aufpäppeln probritischer Kräfte in Tibet
    Datum:2009-11-12 Quelle: tibet328.cn Autor:  

Am 30 Juli 1904 (am 15. Tag des sechsten Monats nach dem tibetischen Kalender), vier Tage vor dem britischen Angriff gegen Lhasa, ernannte der 13. Dalai Lama, bevor er mit einigen Gefolgsleuten heimlich Lhasa verließ, eilig Gandian Chiba Lobsang Gyaincain zum Regenten. Im November des selben Jahres erreichten der 13. Dalai Lama und seine Gefolgsleute via Nordtibet, Qinghai und Gansu Kulun (heute Ulan Bator) in der Außeren Mongolei. Vor seiner Abreise nach Kunlun vergaß er nicht, das ihm vom Qing-Kaiser verliehene Amtssiegel einzupacken, was zeigte, dass er diesem Machtsymbol großen Wert beimaß.

Nach zwei Aggressionskriegen gegen Tibet war Großbritannien zu dem Schluss gekommen, dass Tibet nicht mit Waffengewalt überwältigt werden konnte. Es veränderte seine Taktik, indem es probritische Elemente in der Oberschicht der herrschenden tibetischen Klasse aufpäppelte, um sein Ziel, Tibet unter seine Kontrolle zu bringen, zu realisieren.

Während der Abwesenheit des 13. Dalai Lama ließ Großbritannien nichts unversucht, den 9. Panchen Erdeni für sich zu gewinnen. Auf seinem Rückweg von Lhasa nach Indien ließ Youghusband O’Conner als Handelsattaché in Gyangze zurück. O’Conner, der die tibetische Sprache beherrschte und mit den Verhältnissen der tibetischen Siedlungsgebiete vertraut war, sollte den 9. Panchen Erdeni für Großbritannien gewinnen. Im September 1905(im 31. Regierungsjahr von Kaiser Guangxu) führte O’Conner 50 britische Soldaten nach Xigaze und suchte überraschend den 9. Pandhen Erdeni auf. O’Conner erklärte diesem in arroganter Haltung, dass im nächsten Jahr eine Versammlung in Indien stattfinden werde, an dem der britische Kronprinz teilnehmen werde, der seinen Wunsch ausgedrückt habe, mit dem Panchen Erdeni in Indien zusammenzutreffen. Der Panchen Erdeni sollte sich vor Oktober 1905 nach Indien begeben. Der 9. Panchen Erdeni antwortete, dass der Qing-Hochkommissar einen Bericht über seinen eventuellen Indien-Besuch verfassen und diesen beim Kaiser zur Genehmigung einreichen sollte.
O’Conner sagte jedoch, dass er einen Brief aus Indien erhalten habe, in dem es hieß, dass der Panchen Erdeni unverzüglich nach Indien reisen sollte. Der 9. Panchen Erdeni berichtete Beamten der tibetischen Regierung und dem Hochkommissar You Tai darüber. You Tai antwortete, dass der 9. Panchen Erdeni ohne Billigung des Kaisers nicht nach Indien reisen dürfte. O’Conner warnte den 9. Panchen Erdeni, dass Großbritannien beleidigt sein würde, wenn er sich weigere, Indien zu besuchen. Damit deutete er an, dass Großbritannien Truppen zum Angriff gegen Lhasa entsenden würde, wenn der 9. Panchen Erdeni die Einladung Großbritanniens absagen würde. Der 9. Panchen Erdeni konnte nicht umhin, am 12. Oktober 1905 nach Indien aufzubrechen. Der Qing-Kaiserhof schickte ein Schreiben an seinen Hochkommissar in Tibet, in dem es hieß: "Die indische Regierung nutzt die Abwesenheit des 13. Dalai Lama aus und schickte ihren Vertreter nach Tibet, um den 9. Panchen Erdeni zu einer Reise nach Indien zu verlocken, und zwar unter dem Vorwand, mit dem britischen Kronprinzen zusammenzutreffen. Großbritannien versuchte damit, den 13. Dalai Lama auszutricksen, um Tibet unter seine Kontrolle zu bringen"("Ausgewählte Materialien der tibetischen Geschichte",S. 222). Der 9. Panchen Erdeni machte auf seiner Reise eine Pause in Yadong.

Einem in Bebitang(Jingxi) akkreditierten Qing-Beamten zufolge "eskortierten O’Conner und seine Leute den 9. Panchen Erdeni. Es scheint, als ob der 9. Panchen Erdeni deportiert würde. (Ya Hanzhang: "Biographie des Panchen Erdeni", S. 212)".Zhang Yingting, der kaiserliche Kommissar, der in Indien weilte, berichtete dem Kaiserhof: "Es wird berichtet, dass die indische Regierung vorhat, den Panchen zu beordern, Großbritannien zu unterstützen, Tibet unter seinen Schutz zu stellen. Wenn er nach Tibet zurückkehrt und erklärt, dass China nicht in der Lage ist , Tibet zu verwalten, wird Tibet nicht umhin können, seine Unabhängigkeit zu erklären."(Ya Hanzhang: "Biographie des Dalai Lama", S. 157). Daraus ist ersichtlich, dass Großbritanniens Bemühungen, den 9. Panchen Erdeni nach Indien zu locken, mit seinem Versuch, die Theorie von der "Unabhängigkeit Tibets"zu verbreiten, zusammenhingen.
Als der 9. Panchen Erdeni Indien erreichte, überreichten Großbritanniens Vertreter ihm teure Geschenke, er blieb jedoch ungerührt. Als er sich daran machte, den Britischen Kronprinzen zu besuchen, forderte O’Conner ihn auf, Kotau vor dem Kronprinzen zu machen. Der 9. Panchen Erdeni lehnte dies jedoch kategorisch ab und sagte: "Ich mache nur vor dem großen Qing-Kaiser Kotau". Er schüttellte dem britischen Kronprinzen nur die Hände, um ihn zu begrüßen, Das Amt für auswärtige Angelegenheiten des Qing-Kaiserhofes benachrichtigte Zhang Yingting und den britischen Gouverneur in Indien: "Es ist für uns akzeptabel, dass der Panchen zu einer Zusammenkunft nach Indien gereist ist. Wenn er allerdings gezwungen Dokument zu unterzeichnen oder es zu stempeln, wird das Dokument als Altpapier betrachtet werden."(Ya Hanzhang: "Die Biographie des Panchen Erdeni", S. 212). Da der Qing-Kaiserhof eine harte Haltung einnahm und der 9. Panchen Erdeni sich weigerte, Großbritannien zu folgen, konnte letztgenanntes nicht umhin, den 9. Panchen Erdeni im Dezember des selben Jahres nach Xigaze zurückkehren zu lassen. Großbritannien gab sich jedoch nicht geschlagen. Es bemühte sich weiter, den 9. Panchen Erdeni für sich zu gewinnen, der sich allerdings diplomatisch zu verhalten wußte und kein Versprechen einging.

Da Großbritannien kein bedeutendes Resultat bei seinem Versuch zur Gewinnung des 9. Panchen Erdeni erzidlte, veränderte es seine Taktik, indem es versuchte, Gefolgsleute der 13. Dalai Lama-Gruppe für sich zu gewinnen. Damals herrschten in Tibet chaotische Zustände in der tibetischen Lokalregierung, da der 13. Dalai Lama in der Äußeren Mongolei weilte. Die britischen Handelsattachés in Gyangze und Yadong wurden beordert, enge Kontakte mit Mitgliedern der herrschenden Klase in Tibet herzustellen und ihnen Geschenke zu machen. Die Briten räumten ihnen beim Handel in Gyangze und Yadong Annehmlichkeiten und Vorteile ein und halfen ihnen Reichtümer zu erwerben. All dies zielte darauf ab, sie zu britischen Agenten in Tibet zu machen. In dieser Periode gelang als ihrem Repräsentanten für sich zu gewinnen. Diese Leute waren die ersten probritischen Elemente in Tibet und spielten eine wichtige Rolle bei der Gewinnung des 13. Dalai Lama.

 
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