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Eine Reise durch Tibet – Teil 3 Exklusiv
    Datum:2015-09-15 Quelle: german.china.org.cn Autor:  

von Volker Steuer
Shigatse – die 2. City Tibets
Die Stadt liegt am Brahmaputra (Tsangpo), dem höchstgelegenen Schifffahrtsweg der Erde. Dort fuhren wir zuerst zur Polizei, um die Genehmigung zum Mount Everest für den nächsten Tag einzuholen.
Anschließend waren wir auf Hotelsuche. Die ersten beiden Hotels, welche der Guide und der Fahrer favorisiert hatten, waren komplett ausgebucht, wie in der Hochsaison nicht unüblich. Doch ähnlich wie bei meinem Hostel in Lhasa hatte auch meine erste Adresse aus dem Reiseführer sofort Erfolg.

 

Das Hotel, in dem ich ein Einzelzimmer mit WC, Klimaanlage, TV, Dusche, Wanne u.s.w gegen 15 Euro bekommen habe.

Das Tenzinhotel wird als Familienunternehmen geführt und bietet direkten Blick zum Kastell. ¬Am Abend ging jedoch erstmals bei meinen Chinareisen für 15 Minuten der Strom aus. Notbeleuchtung gab es nur in den Gängen und als gute Lichtquelle neben meiner Taschenlampe erwies sich das Netbook.
Nach dem Frühstück am 04. August startete unsere Dreiergruppe gegen 9 Uhr Richtung Everest Base Camp. Zuerst wurden noch schnell Getränke gekauft und nach dem Frösteln vom Vortag und leichtem Halskratzen ging es auch noch zur Apotheke für entsprechende Medizin. Kaum gestartet erreichten wir einen besonderen Straßenpunkt auf der Route G318, 5.000 Kilometer von Shanghai entfernt. Die ersten zwei Stunden auf dem fernstraßenähnlichen Friendship-Highway wurden durch beeindruckende Landschaften und zügiges Fahren geprägt. Nach einer Weile überquerten wir den Pass Gyatso La in 5.248 Metern Höhe (28,96°nB; 87,44°öL), der auf dieser Tour der höchste sein sollte. Kurz aussteigen und ein paar Fotos machen und gleich weiter, denn es war unangenehm feucht und kalt bei -4°C.

Dafür entschädigte der Blick auf die Himalaja-Kette. Noch eine weitere Stunde auf dem Highway und dann machten wir in Tingri (4348m; 28,57°nB; 86,63°öL; 600Ew.) Mittagspause. Nach dem Essen verkaufte mir ein Tibeter Ammoniten aus dem Himalaja. Wenige Meter Fahrt und schon kam die Abzweigung zum Everest. Alles schien wie am Schnürchen zu klappen, und von hier aus waren es nur noch 102 Kilometer. Doch weit gefehlt. Die Route war zwar als Straße abgesichert, doch der Piste mit unzähligen Wellen und Schlaglöchern fehlte jeglicher Belag. Demzufolge brauchten wir für diesen Wegabschnitt fast fünf Stunden. Dann gab es bei jeder Bodenwelle laute dumpfe Schläge. Weil es regnete, immer dunkler wurde und das Ziel noch etwas in unbekannter Ferne lag, entschied sich der Fahrer nach einer Kurzinspektion, noch langsamer weiter zu fahren. Fast im Dunkeln gegen 20.30 Uhr kamen wir schließlich am Schlafplatz vor dem Base Camp an. Glücklicherweise erst auf den letzten Kilometern war das Auspuffrohr durch die ständigen Schläge und Vibrationen gebrochen.

 

Auf dem Friendship-Highway genießt man einen schönen Anblick auf die Himalaja-Kette.

Im wahrsten Sinne des Wortes schaffte es der Fahrer in einer Nacht- und Nebelaktion, das Rohr zu umwickeln. Zum Schlafen entschieden wir uns für eine interessante und gemütliche Sparvariante, gemeinsam mit einer tibetischen Familie und drei weiteren chinesischen Touristen in einem tibetischen Zelt für acht Euro inklusive Bewirtung. Die Familie hatte drei Kinder und bewirtete uns wie Könige im „Qomolangma Despecious Hotel“. Es gab Zampa, der einheimische, gut schmeckende Yak-Milch-Tee. Das Essen konnte man sogar à la Carte bestellen. Für mich musste es wieder etwas mit dem zarten Yak-Fleisch sein sowie Reis, Pilze und verschiedenes Gemüse. Das Essen in Tibet hatte mir ohne Ausnahme immer geschmeckt. In dem Zelt gab es sogar Solarzellen, Batterien und Trafo-Wechselstrom für Licht und andere E- Geräte. Gegen 23.30 Uhr ging es ans Nachtlager. Dazu standen feste Liegen mit sehr schönem Bettzeug, meist Steppdecken mit traditionellen Motiven bereit. Die Hausherrin bereitete für alle nach persönlichen Wünschen das Nachtlager. Das war ganz wichtig, denn in der Nacht gab es kein wärmendes Feuer und die Außentemperaturen sanken auf bis zu minus 20°C.
Wahrscheinlich bin ich als erster eingeschlafen. Obwohl mir die Höhe bisher nichts ausmachte, war das Schlafen in über 5.000 Metern Höhe doch etwas anderes. Etwa 5 Mal in der Nacht bin ich mit Atemproblemen aufgewacht. Im Tiefschlaf atmet man gewohnt sehr flach. Dafür war aber diesmal zu wenig Sauerstoff und Luftdruck da. Keine Panik, kurz überlegt, 4 bis 5 tiefe Atemzüge und sofort fiel ich wieder in den Tiefschlaf zurück – um für einen spannenden Tag gerüstet zu sein.

 
 zum Thema:
Tibet Menschenrechte
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